Global Health seit mehr als 25 Jahren

Institut für Tropenmedizin und Internationale Gesundheit

Das Tropeninstitut der CharitéUniversitätsmedizin Berlin leistet national und international einen Beitrag zur Gesundheitsförderung sowie Prävention und Behandlung von Tropenkrankheiten.

In den Reisemedizinischen Beratungsstellen werden Sie von spezialisierten Ärzten individuell zu allen relevanten medizinischen Fragen inklusive der aktuellen Empfehlungen zur Malariaprophylaxe beraten. Alle reisemedizinisch notwendigen Impfungen werden durchgeführt. Das Institut ist auch offizielle Gelbfieber-Impfstelle.

In der Tropenmedizinischen Ambulanz werden Reise-Rückkehreruntersuchungen, sog. Tropentauglichkeitsuntersuchungen sowie Behandlungen von tropenspezifischen Krankheiten durchgeführt. Neben der klinischen Behandlung ermöglicht das diagnostische Labor eine Vielzahl von Untersuchungen. Der labordiagnostische Schwerpunkt liegt im Bereich parasitärer Infektionen und umfasst auch seltene Parasitosen.

Die Tropenmedizinische Forschung des Instituts umfasst verschiedene Projekte u.a. in den Bereichen Malaria, Wurmerkrankungen, Diabetes, HIV/AIDS und anderen Infenktionskrankheiten in Entwicklungsländern. Im Auftrag des Bundesministeriums für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) führt das Tropeninstitut Partnerschaftsprojekte mit Kliniken in Ruanda, Sierra Leone und Uganda durch. Weltweit berät und unterstützt das Tropeninstitut Einrichtungen, die sich mit Tropenerkrankungen befassen.

Studierende können den Masterstudiengang International Health sowie verschiedene Diplom- und Zertifikatkurse belegen. Das Fort- und Weiterbildungsprogramm des Tropeninstituts richtet sich an Ärzte und Angehörige von gesundheitsrelevanten Berufen.

Aktuelle Meldungen

Reiseschutzimpfungen: Service für BARMER-Versicherte

Seit dem 01. Oktober 2019 können sich BARMER-Versicherte am Institut für Tropenmedizin und Internationale Gesundheit der Charité unkompliziert beraten und impfen lassen. Es genügt die Vorlage der Versichertenkarte; Vorfinanzierung und Antrag auf Kostenerstattung entfallen.

Handbuch für Studierende mit Interesse an Global-Health-Forschung

Viele Studierenden haben ein starkes Interesse an Globaler Gesundheit (Global Health), International Health oder tropenmedizinischen Fragestellungen. Allerdings fällt der Einstieg in die Thematik, sei als Doktorand*in oder als späteres Tätigkeitsfeld, nicht immer leicht. Die Global Health Alliance Deutschland (www.gha-d.org), ein Netzwerk von Studierenden und Lehrenden, hat nun ein Handbuch für Studierende mit Interesse an Global Health-Forschung veröffentlicht. Darin werden Hintergrundinformationen und Anregungen zu Global Health, internationalen Forschungsstandards und Prioritätensetzung ebenso angeboten wie Hinweise zu praktischer Umsetzung und zu Institutionen mit Global Health-Bezug in Deutschland.

Das Handbuch ist abrufbar unter: https://www.gha-d.org/ressourcen/forschung-handbuch

Kontakt: franziska.hommes(at)charite.de

eHealth: Hochschul- und Klinikpartnerschaften in Sierra Leone und Ruanda

Projekte zur Nutzung digitaler Strategien in afrikanischen Krankenhäusern

Die Digitalisierung des Gesundheitswesens hat auch und v.a. in Ländern mit mittleren und niedrigem Einkommen das Potential, langbestehende Probleme zu überwinden. Das Institut für Tropenmedizin und Internationale Gesundheit hat zwei Projekte des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung zum Themenbereich eHealth in Afrika eingeworben. In Sierra Leone steht die Versorgungsqualität in der Geburtshilfe im Mittelpunkt. Periphere Gesundheitseinrichtungen werden mit der Referenz-Geburtsklinik in Freetown durch eine telemedizinische Beratungs-App verbunden. In Ruanda und einem Netzwerk mit fünf weiteren deutsch-afrikanischen Klinikpartnerschaften werden mobile Technologien zur Befundübermittlung vom Labor zum Krankenbett eingesetzt. Dies soll eine frühzeitige und gerichtete antibiotische Therapie sicherstellen und damit der Entstehung und Ausbreitung von Antibiotikaresistenzen entgegenwirken.

Kontakt: stefanie.theuring@charite.de

Ebola Notfallvorsorge in Ruanda

Ausbildung, Beratung und Einrichtung von Isolierstationen an Krankenhäusern

„Der Ebola-Ausbruch im Ost-Kongo ist weiterhin nicht unter Kontrolle und die Gefahr einer regionalen Ausbreitung hoch.“ (Auswärtiges Amt, Berlin, 28.8.2019).

Seit August 2018 erkrankten in der Demokratischen Republik Kongo über 3000 Menschen an Ebolafieber, und 2000 Menschen starben. Auch im Nachbarland Ruanda wird ein Übergreifen der Epidemie gefürchtet. Daher unterstützt das Institut für Tropenmedizin und Internationale Gesundheit dort seit 2018 Ausbildungs- und Beratungsmaßnahmen bzw. führt selbst Trainings im Rahmen der seit 10 Jahren bestehenden Klinikpartnerschaft mit der Uniklinik in Butare durch.

Gegenwärtig arbeiten wir gemeinsam mit dem Robert-Koch Institut, der Technischen Universität Braunschweig und den ruandischen Gesundheitsbehörden daran, den Infektionsschutz für das medizinische Personal in grenznahen Krankenhäusern zu verbessern. Dies kann bei einem Übergreifen der Epidemie dazu beitragen, Ebolafälle frühzeitig zu erkennen, zu isolieren und zu behandeln. Zuletzt im August 2019 war Dr. Maximilian Gertler vom Institut für Tropenmedizin und Internationale Gesundheit in einer gemeinsamen Mission mit den genannten Partnern vor Ort: An fünf Krankenhäusern im Westen und Süden des Landes sowie in der Hauptstadt Kigali wurden Einschätzungen des Infektionsschutzes und Beratungen vorgenommen. An mehreren Standorten sind jetzt ausbildungsbezogene und bauliche und Maßnahmen zur Optimierung des Infektionsschutzes in Vorbereitung.

Kontakt: maximilian.gertler(at)charite.de

Summer School „Climate Change and Global Health“

Klimawandel betrifft die Gesundheit v.a. in den ärmsten Ländern

Der Klimawandel hat erhebliche Konsequenzen für die individuelle und die globale Gesundheit. Im Rahmen des Alumni-Netzwerkes des Master-Programms International Health veranstaltete das Institut für Tropenmedizin und Internationale Gesundheit Ende August 2019 eine einwöchige Summer School zum Thema Klimawandel und Globale Gesundheit. Die Teilnehmer aus 20 Ländern diskutierten nicht nur die gesundheitlichen Effekte, sondern auch Aspekte der Luftverschmutzung, Ökonomie und Gerechtigkeit. Eine Fortführung der Veranstaltungsreihe ist geplant.

Kontakt: andrea.stanglmair@charite.de

Neue WHO-Therapierichtlininien zur Schlafkrankheit

Eine neue orale Therapie der Schlafkrankheit ermöglicht eine erhebliche Vereinfachung der Behandlung. Die neue Therapieleitlinie der WHO wurde unter Mitarbeit des Instituts für Tropenmedizin und Internationale Gesundheit erstellt.

Die Schlafkrankheit (Afrikanische Trypanosomiasis) ist eine vernachlässigte Tropenkrankheit, die im ländlichen, tropischen Afrika vorkommt und ohne Behandlung regelhaft zum Tod führt. Nach verheerenden Epidemien im letzten Jahrhundert führten intensive Kontrollmaßnahmen zu einer historisch niedrigen Zahl von 977 gemeldeten Fällen im Jahr 2018. Das Ziel, die Schlafkrankheit zu eliminieren, ist in Sicht. Eine Vereinfachung der Diagnostik und Therapie sind dabei wesentliche Elemente. Die bisherige Standardtherapie für das Stadium II der westafrikanischen Form (NECT: nifurtimox-eflornithine combination therapy) erfordert jedoch eine stationäre Versorgung und eine komplexe Logistik für den Transport der Medikamente.
Eine orale Therapie, Fexinidazol, wurde von DNDi (Drugs for Neglected Diseases Initiative), einer Non-Profit-Organisation, und seinen Partnern entwickelt. Durch Fexinidazol, effektiv in beiden Krankheitsstadien, wird die klinische Praxis erheblich erleichtert; eine Lumbalpunktion zur Stadieneinteilung kann in vielen Fällen vermieden werden. Durch die orale Applikation kann die Therapie wohnortnah, auch in abgelegenen und instabilen Regionen erfolgen. NECT ist aber weiterhin Erstlinientherapie im weit fortgeschrittenen Krankheitsstadium.
Eine neue Leitlinie der WHO zur Behandlung der westafrikanischen Schlafkrankheit wurde im August 2019 publiziert. Dr. Andreas Lindner vom Institut für Tropenmedizin und Internationale Gesundheit gehörte der Leitlinien-Entwicklungsgruppe an. Die Zusammenarbeit erfolgte mit Spezialisten aus der Demokratischen Republik Kongo (University Kinshasa, Ministry of Health) und Uganda (Ministry of Health), sowie dem Tropeninstitut in Lissabon, der Universität Glasgow, dem Institut de Recherche pour le Développement in Montpellier, dem Universitätskrankenhaus Genf, dem Schweizerischen Tropen- und Public Health-Institut in Basel und Vertretern des WHO Sekretariats aus Brazzaville, Kinshasa und Genf.

Kontakt: andreas.lindner@charite.de

PVL-CoCo: Hautinfektionen bei Reiserückkehrern und Kontaktpersonen

Neue Studie zur Übertragung von importierten Staphylococcus aureus

Staphylococcus (S.) aureus ist ein Bakterium, das Menschen häufig besiedelt. In der Regel kommt es dadurch nicht zu gesundheitlichen Problemen. Bei eitrigen Haut- und Weichteilinfektionen ist S. aureus allerdings ein häufiger Erreger. Besitzt S. aureus das PVL-Toxin (PVL= Panton Valentine-Leukozidin) ist die Virulenz erheblich gesteigert. PVL ist insbesondere mit schweren und wiederkehrenden Haut- und Weichteilinfektionen (teils massive Abszesse) vergesellschaftet.

Infektionen mit einem PVL-Stamm werden häufig bei Reiserückkehrern beschrieben. Am Institut für Tropenmedizin und Internationale Gesundheit der Charité werden ca. 30-50 Patienten mit einem PVL-Stamm pro Jahr behandelt. Diagnostik und Therapie von Infektionen mit importierten, PVL-bildenden S. aureus sind in Deutschland kaum bekannt und unzureichend erforscht.

StaphTrav (www.staphtrav.eu) ist ein Netzwerk aus 12 Zentren in 7 europäischen Ländern, das den Import von S. aureus mit Merkmalen wie MRSA und PVL-Toxin bei interkontinentalen Reisenden mit eitrigen Hautinfektionen untersucht. Das Tropeninstitut Berlin hat seit 2011 über 400 Patienten in diese Studie eingeschlossen. Die daraus entstandenen Erfahrungen und Erkenntnisse sind die Grundlage einer neuen Studie, „PVL-CoCo“ (contact cohort), die im Januar 2019 startete. „PVL-CoCo“ untersucht, inwieweit sich PVL-positive Staphylokokken von erkrankten Rückkehrern auf deren enge Kontaktpersonen übertragen und welche Maßnahmen dies zur Folge haben sollte. „PVL-CoCo“ ist eine Zusammenarbeit mit der Universität Heidelberg (Institut für Global Health und Abteilung für Infektiologie, Medizinische Mikrobiologie und Hygiene).

Kontakt: andreas.lindner@charite.de

Echinokokkose: frühzeitige Diagnose wichtig

Hunde- und Fuchsbandwurm

Zystische (Hundebandwurm) und alveoläre (Fuchsbandwurm) Echinokokkose sind seltene, initial oftmals asymptomatische Erkrankungen, die nach Jahren lebensbedrohliche Verläufe zeigen können. Die Erreger treten auch in Deutschland auf. Unsere Untersuchungen zeigen aber, dass insbesondere Migranten und Migrantinnen aus dem Nahen Osten und Afghanistan betroffen sind, was ein gerichtetes Screening für Menschen aus diesen Regionen nahelegt. In der Tropenmedizinischen Ambulanz werden Patienten mit Verdacht auf Echinokokkose untersucht und mitbetreut. Die Tropenmedizinische Ambulanz kooperiert dabei mit Partnern im In- und Ausland, insbesondere mit den Universitäten Pavia/Italien und Ulm. Innerhalb der Charité kooperieren wir mit verschiedenen Fachabteilungen für eine optimale und anspruchsvolle Behandlung einschließlich minimal-invasiver, perkutaner und chirurgischer Therapieformen.

Kontakt: joachim.richter@charite.de

Bilharziose-Schnelltest bei afrikanischen MigrantInnen

Neuer Test für oftmals unbemerkte Infektion bei MigrantInnen aus Afrika

Die Bilharziose (Schistosomiasis) ist in tropischen Regionen weit verbreitet. Die Infektion erfolgt über Kontakt mit Süßwasser; die Päarchenegel nisten sich letztlich in den Venengeflechten von Darm und Blase ein. Zwischen Ansteckung und Krankheitsfolgen vergehen häufig Jahre, z.T. Jahrzehnte, während derer die Erkrankung unbemerkt bleiben kann. Der Nachweis könnte durch einen neuen Schnelltest deutlich vereinfacht werden und auch in peripheren Kliniken oder Praxen erfolgen. Aus diesem Grund überprüft das Institut für Tropenmedizin und Internationale Gesundheit in Zusammenarbeit mit dem Vivantes-Klinikum, Univeresitätsklinikum Homburg/Saar, „Charité hilft“, niedergelassenen Kollegen und dem Bernhard-Nocht-Institut die Zuverlässigkeit des CCA-Schnelltests. Die Ergebnisse werden zum Ende des Jahres erwartet.

Kontakt: frank.mockenhaupt@charite.de

Terminvergabe Reisemedizin

Im begrenzten Rahmen bieten wir ab sofort werktags für die Zeit von 13:00-14:40 die Terminvergabe für die Reisemedizin an. Wenn Sie in dieser Zeit einen Termin reservieren möchten, senden Sie bitte eine E-mail an tropeninstitut(at)charite.de. Wir bestätigen den Termin binnen 24h. Bringen Sie bitte Ihren Impfpass und Ihre Versichertenkarte mit. Eine Ausweitung der Terminsprechstunden ist in Vorbereitung.

Zwanzigjahrfeier des Masterprogramms in International Health

 

Festveranstaltung mit 150 Teilnehmern in Hörsaalruine

Anlässlich des 20-jährigen Bestehens des Masterprogramms International Health hat das Institut für Tropenmedizin und International Health am Freitag, den 30. August 2019 zu einem Festabend in die Hörsaalruine geladen. Geladen waren Partner und Freunde des Instituts sowie Alumni und die derzeit Studierenden. Nach einer Begrüßung durch Herrn Prof. Mockenhaupt, dem komm. Leiter des Instituts für Tropenmedizin und Internationale Gesundheit und einer kurzen Vorstellung des Masterprogramms in International Health durch den Koordinator Herrn Dr. Kinkel, erfolgten Grußworte von Herrn Prof. Spranger, Prodekan für Studium und Lehre, und Herrn Dr. van Heusden, Präsident des tropEd Netzwerks. Im Anschluss berichteten ehemalige und gegenwärtige Studenten aus Österreich, Ghana, Indonesien, Großbritannien und Mexiko über Ihren Erfahrungen mit dem Studium. In seiner Gastrede erinnerte Herr Prof. Diesfeld, ehemaliger Direktor des heutigen Heidelberger Instituts für Global Health, an Rudolf Virchow und mahnte, International und Global Health auch als soziale Wissenschaft zu verstehen und nicht auf die Bekämpfung von Krankheiten zu verengen.

Contact:

Postgraduate Master‘s Programme in International Health

Augustenburger Platz 1, 13353 Berlin, Germany

Interne Adresse: Südring 3B

Phone: +49 30 450 565756/ 565751

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Das Tropeninstitut der Charité in Berlin