Durchführbarkeit, Effektivität und Resistenzentwicklung bei Anwendung von Option B+ zur Prävention der Mutter-Kind-Übertragung von HIV in Uganda

 

 

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Option B+

Seit 2012 existiert eine neue Empfehlung der WHO für die Prävention der HIV Mutter-Kind-Übertragung (PMTCT), die noch über das seit 2010 empfohlene antiretrovirale Dreifachregime hinausgeht: als Option B+ wird bezeichnet, wenn alle schwangeren Frauen, bei denen eine HIV-Infektion festgestellt wird, unabhängig von ihrem klinischen Status eine lebenslange kombinierte antiretrovirale Therapie (cART) beginnen. Diese Maßnahme wird derzeit in einigen Ländern Subsahara-Afrikas offiziell eingeführt, es liegen aber noch kaum Daten über die tatsächliche Durchführbarkeit und Effektivität in einem Real-Life-Szenario vor. Im Gegensatz zu den vorherigen antiretroviralen Regimes, die nur zeitlich begrenzt eingenommen wurden, wird bei einer korrekt eingenommenen cART davon ausgegangen, dass es nicht zur Entstehung von Resistenzen kommt. Eine Resistenzproblematik kann sich jedoch dann entwickeln, wenn die Frauen bereits mit resistenten Viren infiziert wurden oder aber, wenn die Medikamente unregelmäßig eingenommen werden.

Projektinhalt

In einer Kohorte von 160 Frauen in Fort Portal, Uganda, soll die Umsetzung von Option B+ begleitet werden. Die Mutter-Kind-Paare werden dabei von der Schwangerschaft der Frau bis 18 Monate postpartal durch regelmäßige Probenentnahme und Datendokumentation nachverfolgt.

Folgende Kernfragestellungen sollen im Einzelnen bearbeitet werden:

  • Wie durchführbar ist Option B+ hinsichtlich einer mütterlichen Langzeitadhärenz ab Therapiestart in der Schwangerschaft bis 18 Monate postpartal?
  • Welche HIV-Transmissionsrate lässt sich bei Option B+- exponierten Säuglingen nach Ende der Stillzeit zum Zeitpunkt 12 bzw. 18 Monate feststellen?
  • Kommt es bei der Anwendung der Option B+ tatsächlich zur Verhinderung der Resistenzentstehung, bzw. inwieweit kommt es dennoch zur Ausbildung minoritärer Mutantenpopulationen von HIV in HIV-positiven Müttern und Kindern während der Einnahme von Option B+ und wie ist deren zeitlicher Verlauf?
  • Liegen minoritäre Mutantenpopulationen bereits vor der Einnahme der ersten Option B+ Dosis vor, welchen Einfluss haben diese auf die  HIV Mutter-Kind-Übertragung?
  • Kommt es zur Resistenzentwicklung bei HIV- positiven Kindern, die sich trotz   antiretroviraler Prophylaxe mit HIV infiziert haben?

Mit Hilfe der in den vorherigen Studienvorhaben etablierten allel-spezifischen PCR sollen die Proben kostengünstig und schnell analysiert werden. Aufgrund der methodischen Weiterentwicklung für die Detektion und Quantifizierung resistenter Minoritäten ist es jedoch erforderlich, neben ASPCR eine neue sensitive Resistenzdetektionsmethode NGS anzuwenden. In Kooperation mit dem Robert Koch Institut soll diese Methode im Rahmen der MASTER HIV/HEP zur Sequenzierung von Amplicons des HIV-Genoms etabliert werden.  In Abhängigkeit der Ergebnisse der ASPCR werden von 1) 50 Frauen alle Blutproben vor Medikamenteneinnahme untersucht um die Prävalenz von übertragenen Resistenzen zu ermitteln, 2) von  ca. 50 HIV-infizierte Müttern die Proben nach 12 Monaten untersucht  um die Anwesenheit von Resistenzen nach einem Jahr zu ermitteln und 3) die Proben der Mutter-Kind-Paare untersucht, in denen mittels PCR das HI-Virus beim Kind nachgewiesen wurde. Bei Vorliegen von Resistenzen beim Kind lässt sich so klären, ob die Kinder mit resistentem Virus infiziert wurden oder, ob es sich um neu erworbene Resistenzen handelt.

Projektdaten

Projektleitung:
Prof. Dr. Gundel Harms
Dr. Sr. Priscilla Busingye
Dr. John Rubaihayo

Projektmitarbeiter:
Dr. Stefanie Theuring
Dr. Andrea Hauser

Kooperationspartner:
Dr. Claudia Kücherer, Dr. Norbert Bannert, Robert Koch-Institut Berlin

Förderung:
Hector- Stiftung

Projektdauer:
01/2014-06/2016

Projektstatus:
laufend